Später! Oder morgen! dann aber wirklich…

Ich unterbreche eben meine Prokrastination der einen Art und widme mich in gewisser Weise der einer anderen Art, sprich ich notiere meine Gedanken zur Prokrastination. Bevor jetzt alle die Google-Suche bemühen, keine Panik, eine Übersetzung nebst Erläuterung folgt.

TWeißbeckerHaus

Das Haus im Spiegelbild ist das Tommy-Weißbecker-Haus, kurz genannt Tommyhaus, ein ehemals besetzes Haus in Berlin-Kreuzberg. Ich hab da mal einen Monat gewohnt, nachdem ich aus meiner ersten Berliner Wohnung recht kurzfristig ausziehen musste. Damals war es schon legalisiert, trotzdem war ich ganz froh, später wieder eine Wohnung mit einer verschließbaren Tür zu finden. Aber das nur nebenbei, hat mit Prokrastination nur bedingt zu tun. Oder doch?

Ich bin dem Wort zum ersten Mal im Forum des National Novel Writing Month begegnet, da erschloss sich aus dem Kontext, was es damit auf sich hat. Für alle diejenigen, denen das Wort noch nicht oder nicht so häufig unter die Augen gekommen ist (und zur Befriedigung meiner eigenen Neugier – ich weiß ja, was es bedeutet, aber was genau heißt es denn nun?) warf ich einen Blick ins wiktionary.

Ganz einfach: zu erledigende Dinge aufschieben, verschieben oder vertagen. Wer also Wäsche wäscht, bügelt, den Boden schrubbt oder Staub wischt, kann trotz aller Produktivität prokrastinieren, dann nämlich, wenn eigentlich zum Beispiel die Steuererklärung am Schreibtisch wartet.

Eine andere Art des prokrastinierens kann ein Spaziergang sein, womit man damit allerdings meiner Ansicht nach dem Spaziergang Unrecht tut, schließlich ist ein Spaziergang ja gesund und entspannend und man kann den Kopf wieder freibekommen.

Einen Beitrag auf wordpress zu schreiben, begeistert auf FB herumzuliken oder Asterix&Friends online zu spielen, im NaNoWriMo Forum zu lesen oder ähnliches ist die Art von Prokrastination, die des häufigeren dann stattfindet, wenn ich eh am PC sitze und eigentlich etwas anderes schreiben oder überarbeiten müsste. Im aktuellen Fall ist es unsere Homepage, die immer noch nicht ganz auf dem aktuellen Stand unserer Terminplanung ist und außerdem eine weitere Seite braucht. In den Monaten April, Juni und November passiert es immer dann, wenn ich in meiner jeweils aktuellen Story nicht weiterkomme oder der Meinung bin, nach 1000 Worten (von 1667 täglich, um das Ziel von 50 k Wörtern am Endes Monats erreicht zu haben) eine Pause verdient habe oder auch einfach nur eine brauche. 1667 Wörter sind nicht wirklich viele und je nach Tippgeschwindigkeit in 20 Minuten bis 1 Stunde angetan – wenn einem denn etwas einfällt. Wenn nicht, kann es dauern. Manchmal bis zum nächsten Tag. dann sind es mit etwas Pech schon 3334 Wörter. Und so weiter.

Im Fall des Boden putzens (ich hatte gerade ein bisschen aufgeräumt) folgt man einer Definition von Florian Steglich :„Wer prokrastiniert, schafft manchmal mehr: Indem er statt der einen, unangenehmen Tätigkeit drei nicht ganz so schlimme Dinge erledigt. Das schlechte Gewissen ist damit allerdings noch nicht unbedingt weg.“

Im Fall des Spielens wohl eher der von Sigrid Neudecker:„Meine italienische Großmutter pflegte zu sagen: Manche Menschen verlassen den Strand erst, wenn ihnen das Wasser bereits an den Hintern klatscht. Und was tun wir? Wir helfen ihnen und verrücken das Handtuch für sie. Das bedeutet, dass wir es vielen erst ermöglichen zu prokrastinieren. Wir lassen sie davonkommen.“

Welcher der Beispiele, bzw. Definitionen eure ist, möge jede/r selbst entscheiden.

Quelle jedenfalls ist das Wictionary, da stehen dann auch die Quellen der Texte. Und nun – genug prokrastiniert, sowohl ich als auch ihr. Schönen produktiven Tag noch 😉

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Ein Kommentar zu “Später! Oder morgen! dann aber wirklich…

  1. Pingback: Prokrastination an einem Montag | karinhold

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