Prokrastination an einem Montag

eigentlich sollte ich auf dem Weg in die Stadt sein, um dort meine Spargelpflanzen abzuholen. Nachdem diese letzte Woche bereits 3 Tage im Lager festhingen wegen Verkehrsstörungen (laut Sendungsverfolgung), dann am Donnerstag nicht zugestellt werden konnten und kommentarlos ins nächste Lager verfrachtet wurden – was ich dann erst spät am Freitag in der Sendungsverfolgung las, habe ich so meine Zweifel, was den zustand der armen Pflänzchen angeht… Aber heute zieht mich bislang nichts aus dem Haus (mein schlechtes Gewissen wird es schon noch erledigen) und so habe ich mir erst einmal eine Kanne Kaffee aufgesetzt und fröne der Prokrastination.

DSCI0111

Was es damit auf sich hat, kann man unter anderem Hier nachlesen, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht. Und wenn ich nachher von der Expedition ‚Saprgel‘ zurückkehre, wahrscheinlich noch dem Schreiben. Schließlich übe ich einmal wieder Roman schreiben, diesmal kein neues Werk, nein, ich sitze wahrlich an der Überarbeitung eines alten. An Kapitel 10, um genau zu sein. Und das deswegen, weil ich mit Kapitel 10 angefangen habe. Jedenfalls als zusammenhängenden Text. Vorher gab es einige Charakterstudien, sozusagen. All-I-need gab mir die sog. writing prompts und ich habe daraus eine Kurzgeschichte um den jeweiligen Charakter gebastelt. Irgendwie sind die alle ganz schön maulfaul, da wird der ein oder andere wohl noch eine Weiterentwicklung erfahren müssen, sonst mangelt es an Dialogen. Jedenfalls an solchen, die über das Maß dessen hinausgehen, was z.B. in Resident Evil:Retribution noch zu hören ist – und das ist schon nicht sehr viel. Im Film funktioniert das so eingermaßen, in einem Roman eher nicht so. Nicht, dass es bei der Reihe so ganz wirklich auf die Diaologe ankommen würde, aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls kämpfe ich nach wie vor immer wieder damit, die Bilder, bzw. die Szenen, die in meinem Kopf so lebhaft aussehen, auch so auf’s Papier zu bringen. Wie ich zum Schreiben gekommen bin, habe ich ja anderorts schon erwähnt. Also, Szenen zu Papier bringen, so dass sie genauso lebhaft zu lesen sind, wie vorher im Kopf abgespielt. Und bitte mit lebhaften Charakteren. Ganz ehrlich? Das ist eine echte Kunst für sich.

Und nun muss ich endlich mal ein bisschen lästern. (Falls ich das in einem anderen Beitrag schon getan habe, sorry, dann gibt es nun eben eine Neuauflage. Über 50 Shades… etc. In diesem ähm.. Buch.. habe ich tapfere 18 Seiten gelesen. Im Schnelldurchlauf noch einmal bis Seite 36 geblättert und es dann völlig entnervt entsorgt. Die beiden Charaktere, die mir da über den Weg gelaufen sind, waren so klischeehaft wie nur irgendwas und das ganze Ding ist nichts weiter als ein aufgeblasener Groschenroman. Warum sich das Buch millionenfach verkauft hat, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Nur weil eine Frau das geschrieben hat und S/M darin vorkommt? Ist das der einzige Grund? Ziemlich traurig dann… Vom Frauenbild mal ganz abgesehen und diverse anderen Dingen ebenfalls. Ok, vieles davon weiß ich nur aus zweiter Hand, aber ich habe es echt nicht ertragen, diesem Machwerk auch nur eine weitere Minute meiner Zeit zu gönnen (von diesen jetzt mal abgesehen).

Also, lebendige NICHT klischeehafte Charaktere zu erschaffen, ist eine Kunst. Wer mehrere Werke von Stephen King gelesen hat (ok, ich bekenne mich schuldig), weiß, dass er über einen Fundus an Charakteren verfügt, die immer wieder auftauchen. Etwas andere Namen, etwas andere Biographie, aber sie wiederholen sich. Die bislang unangenehmste Sammlung an unfreundlichen Zeitgenossen haben sich in Under the Dome versammelt, das einzig Gute daran ist, dass keiner davon das Ende des Buches erlebt. Aber puh, was für eine Horde unsympathischer Gestalten. Die sind ihm übrigens mMn besser gelungen als die eigentlichen Sympathieträger, jedenfalls hat mich deren Ableben beinahe mehr erfreut als das Überleben der Anderen.

Die Charaktere von Anne MCCaffrey sind auch etwas schwarz/weiß gehalten, die Guten haben selten irgendwelche Fehler und sind meist fürchterlich einsichtig, wenn sie doch mal einen haben/machen. Nur das kein falscher Eindruck entsteht: ich lese sowohl King als auch McCaffrey gerne, wobei ich mit King jetzt ausreichend bestückt bin.

Etwas komplexere Charaktere spielen bei Lois McMaster Bujold in ihrem Barrayar-Zyklus ihre Rollen. Terry Pratchetts haben sich im Laufe der Jahre deutlich entwickelt und auch verändert, aber der werte Sir Terry hatte ja auch 40 jahre Zeit. Ich wünschte, er hätte noch mehr Zeit gehabt 😦

Und nun stehe ich immer noch da mit meiner recht schweigsamen Horde (10 MCs – Maincharaktere) und sehe noch viel Arbeit vor mir, bevor sie endlich einmal so lebendig auf dem Papier stehen.. (oder eher nicht stehen), wie sie in meiner Vorstellung herumspringen.

Jedenfalls wird es nicht langweilig.

Danke für die Aufmerksamkeit, wünsche einen guten Start in die Woche.

P.S. ich fahre dann mal los, meine Pflänzchen abholen….

.

Advertisements

3 Kommentare zu “Prokrastination an einem Montag

  1. Also da ich Dir deine Pflänzchen nicht mitbringen kann möchte ich Dir trotzdem mein Mitgefühl ausdrücken, gerade heute als ich Vormittags die Treppen runterlief, unterwegs Richtung Waschsalon, schwer bepackt und spät dran für die Happy Hour, ging mir so durch den Kopf wieviel Ruhe und Zeit ich wirklich wirklich für meine Gedanken brauche um diesen Raum überhaupt aufzumachen wo das entstehen kann was ich schreiben will … und ja das mit dem Grey Buch..traurige Sache, die Masse eben, seufz

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s