Andere Länder, andere Sitten

und Sammelbildchen. Oder Sammelobjekte im weitesten Sinne. Ich wollte doch selber mal wissen, was wir eigentlich den beiden Jungs immer so mitbringen, sprich, was in diesen ganzen Tütchen der diversen Discounter/Supermärkte eigentlich so drin ist. Während meines Urlaubs in der Schweiz bekam ich nämlich beim Einkaufen auch zwei Tütchen. Was drin war – lest weiter.

netto

Das Beitragsbild zeigt den Inhalt der Tütchen ‚In 8 Wochen durch Ozeanien‘. Klingt ja doch ganz unverfänglich und eigentlich interessant, es sind 4 Karten enthalten, die Meerestiere zeigen. Und deren Vorkommen. Soweit, so gut.

Die Angaben zur Beweglichekeit und Größe sind schon eher seltsam, schließlich handelt es sich hier nicht um irgendwelche Monster, die irgendwen bezwingen könnten, sondern um lebende Wesen, die eine ziemlich feste Größe erreichen können (So sie vorher niemand isst. Oder frisst, je nach Art. .) Die abgebildete Lederschildkröte zum Beispiel kann laut Wiki bis zu 2,5 m lang werden (der Panzer – fest darin verwachsen ist übrigens das Rückgrat, habe das bei einer Führung im Berliner Naturkundemuseum mal gesehen) – was soll also die Größe von ’76‘ bedeuten? Der Orca, auf einer anderen Karte, der bis zu 9 m lang werden kann, wird mit ’96‘ angegeben. Ähm wie?

Was allerdings meinem Empfinden nach wirklich nicht auf diese Karten gehört (und auch absolut keinen Sinn ergibt) ist die ‚Gefährlichkeit‘. Aber der Reihe nach.

Lederschildkröten fressen im Wesentlichen Quallen, sind also für Quallen vermutlich ziemlich gefährlich. Quallen sammeln aber keine Karten. Und gehen auch nicht bei Netto einkaufen. Auf der Roten Liste stehen diese Schildkröten jetzt als ‚vulnerable‘, eine Stufe vor gefährdet. Sie waren bereits vom Aussterben bedroht, um 2000 herum, das hat sich wohl wieder geändert.

Der arme Orca, leider auch bekannt als Killerwal, mit einer ‚Gefährlichkeit‘ von 90, ist für den Menschen kaum gefährlich – man trifft sich einfach zu selten. Außer in Delfinarien. Der Schwertwal gehört zu den Delfinen, ist sehr intelligent und wird gerne vorgeführt. Wirklich gut geht es den Tieren aber anscheinend nicht und es gab tatsächlich einige Todesfälle in den Delfinarien, vermutlich aufgrund der beengten Platzverhältnisse. Für Robben und Fische ist der Orca allerdings zemlich gefährlich, schließlich ist das seine Hauptbeute. Hat schon einmal jemand eine Robbe beim Einnkaufen getroffen? Siehe Quallen. Die Gattung als solche gilt nicht als gefährdet, allerdings eher aufgrund uunzureichender Datenlage. Details dazu einfach hier Rote Liste – Orca nachlesen.

Dann habe ich noch anzubieten: den Lanzenfisch. Mit dem netten zoologischen Gattungsnamen Alepisaurus. Nicht gefährlich und vermutlich auch nicht gefährdet, da diese Tiere sich gerne irgendwo in den Tiefen von 200 – 1000 m aufhalten, werden sie manchmal versehentlich gefangen, aber das war auch schon alles. Der Lanzenfisch bekommt immerhin eine ‚Gefährlichkeit‘ von 58. Muss an den Zähnen liegen, die im Bild so deutlich zu sehen sind. Es gibt genau 2 Arten – oder anders formuliert – bisher wurden 2 Arten gefunden.

Und last but not least (und am ‚Ungefährlichsten‘) der Kupferstreifen-Pinzettfisch. (26) Bisher ist unbekannt, ob das recht rege Fangen des Fisches für Aquarien sich auf die Populationen auswirkt, die Art wird unter ‚Least concern‘ verbucht, aber immerhin wird eine Beobachtung der Entwicklung als notwendig erachtet.

So. Die 4 Karten sind also ein sehr willkürlicher Querschnitt durch Meereslebewesen und dann werden sie nach ihrer ‚Gefährlichkeit‘???? sortiert? Was soll das? Was merken sich Kinder dann von Lederschildkröten? das sie nur ein bisschen gefährlich sind? und eine Größe von 76 haben?

Ich wünschte mir, es stünden ein paar echte Angaben auf den Karten, Angaben, die – Sinn machen. Die mit den Tieren zu tun haben. Und nicht mit irgendwelchen willkürlich festgelegten – Punkten.

Das bringt mich nun zu den Sammelobjekten eines anderen Landes, nämlich der Schweiz. Jedenfalls aktuell bei Migros.

migros

Die Tütchen enthalten aktuell entweder Kunststoff-Farmtiere oder – Tusch! – kleine Anzuchtpellets (mit Anleitung auf der Rückseite), dem Namen auf Schwizerdütsch, Französisch und Italienisch sowie den Kulturansprüchen.Und einem kleinen Aufkleber mit einem Bild der Pflanze. Hat mir richtig gefallen, hätte auch Schaf oder Huhn genommen (oder was auch immer).

Mein Fazit: wenn schon so ein Sammelkram, dann bitte etwas – wenigstens halbwegs Brauchbares. Und wenn schon Karten (möglicherweise eine Art Quartett) dann bringt doch wenigstens ein paar echte! Informationen auf denen unter, danke. 

Soviel zum Montag, mal sehen, was der Rest der Woche noch so bringt.

Wünsche einen schönen Tag! 🙂

 

 

 

 

 

 

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