#Autorenwahnsinn

Tag 18. Puh. Gegensätzlicher könnten der gestrige Tag und der heutige nicht sein, in Bezug auf diese Challenge jedenfalls. Deswegen auch etwas mehr Text als sonst. Gestern wurde nach dem besten Schreiberlebnis gefragt und nach einigem Überlegen war klar: es ist nicht die Veröffentlichung eines Prosa-Gedichts in der Anthologie ‚Mit Lust und Liebe‘ vor knapp 30 Jahren, sondern 2012, Camp NaNo 2012, unsere ewigen Abende im Camp-Chat, bis wir es schlussendlich geschafft hatten, den Chat mit soviel Text zu füllen, dass er an den letzten 3 Tagen nicht mehr lud… und wir auf Skype umstiegen. In der Intensität saßen wir danach nicht mehr zusammen und inzwischen existiert unsere kleine Camper-Chaos-Truppe auch nicht mehr, der Kontakt ist lose geworden und läuft jetzt über Facebook. Sign of the Times? Ich denke eher, alles hat seine Zeit und Dinge gehen eben auch zu Ende.

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Aus dieser fröhlichen Runde ist jedenfalls im November ein Romänchen entstanden, das bis heute nicht wirklich fertig ist, immer noch keine Korrektur erfahren hat, aber trotdzem immer wieder Spaß zu lesen macht. Ich nehme es mir immer wieder vor, aber nunja, wie das eben mt den guten Vorsätzen so ist 😛

Das war also das bisherige Highlight. Heute geht es um ein Zitat aus meinem ersten Manuskript, das ca. 1988 oder 1898 rum entstanden ist, genauer weiß ich es nicht mehr. Dieses habe ich tatsächlich einmal eingesandt, an welchen Verlag hab ich vergessen und es kam auf seltsamen Wege wieder zurück, es wurde nämlich in einem leerstehenden Haus gefunden, einem Haus kurz vor Abriss, gefunden zwischen Bauschutt. So schrieb es jedenfalls der Verfasser des Briefes, der mich noch viel später ereichte und ja sicher wollte ich es zurück. Er hatte darin gelesen und fand es interessant, wenn ich es heute lese, denke ich nur: autsch. Ganz klar habe ich in dem Text viel meines damaligen Lebens verarbeitet, insgesamt ist die Geschichte ziemlich düster und endet noch düsterer (hatte vorher ‚Auf zu neuen Ufern‘ gelesen von Knut Anders. Der Roman endet auch düster, aber immerhin gibt es zwischendrin Lichtblicke.

In meinem habe ich beim schnelle Durchblättern auf der Suche nach einem präsentierbaren Zitat keine gefunden, ich war damals ziemlich wütend. Auf alles. Vor allem auf die himmelsschreiende Ungerechtigkeit, die ich empfand. Nur zur Erinnerung: ich war damals 19 oder 20, noch relativ frisch in Berlin und auf der Suche nach einem anderen Weg als dem, der mir bislang so vorgelebt worden war. Wie der aussehen sollte, wusste ich nicht, Hauptsache, er bestand nicht in einem immer eintönigen Leben von Arbeit, Abendessen und Bier auf der Couch vor dem Fernseher (vor allem, da ich kein Bier mag und das Fernsehprogramm schon vor 25 Jahren ein Grund dafür war, mir keinen neuen Fernseher anzuschaffen, als der alte seinen Geist aufgab). Werfe ich heute einen Blick in das TV-Programm, hat sich daran offensichtlich nicht wirklich etwas geändert. Weswegen ich auch immer noch keinen Fernseher habe und auch nicht Fernsehen per Internet schaue (ganz abgesehen davon, dass es bei einer 6000er Leitung, von der 1000 ankommen, ohnehin eine reine Qual wäre.)

B2t. In das Manuskript habe ich also all mein bis dahin Erlebtes niedergeschrieben, aufgearbeitet, meine sämtlichen damaligen Freunde und Bekannte verewigt (keine Sorge, liebe Leute, die Namen sind geändert, die meisten jedenfalls. Glaube ich. Weiß nämlich auch nicht mehr so ganz genau, wer nun eigentlich wer ist, bzw. war). Unser aller Ende ist jedenfalls kein schönes.

Auf der Suche nach dem also bereits erwähnten präsentierbaren Zitat bin ich dann auf Seite 85 von 95 (mit Schreibmaschine und 2-Finger-Suchsystem, geschrieben an einem Tisch aus einer ehemaligen Orangenkiste mit einer Platte drauf) auf ein paar Zeilen gestossen, die heute genauso aktuell sind, wie sie es damals gewesen sein müssen. Vor 30 Jahren. Ich gestehe, auch ich war mit 19 oer 20 ziemlich theatralisch, aber ich glaube, das sind viele in dem Alter.

Es folgt das Zitat, mit Absicht fotografiert und nicht eingescannt…

tag18

1988 oder 1989. Aus dem Manuskript: ‚Namenlos‘ (ja, das ist tatsächlich der Titel).

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