Pflanze des Monats Juni: die Rose

Der Rose in einem kurzen Abriss gerecht zu werden ist – schwierig. Zu den – je nach Autor – 150 – 250 Arten der Gattung gesellen sich noch zahlreiche (unzählige?) Sorten.

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Einen sicherlich nicht vollständigen Über-oder Einblick kann man hier bekommen: Rosensorten bei Wikipedia (mit Abbildungen). Eine willkürlich ausgesuchte Baumschule, pardon, Rosengärtnerei bietet immerhin 653 unterschiedliche Rosen an (Stand Dezember 2016) Rosengärtnerei Dräger.

Eine der ersten, hierzulande bekannten Rosen war –und zwar ausschließlich als Heilpflanze – Rosa gallica officinalis (um 800). Erst ca. 800 Jahre später begann man mit der Anpflanzung von Rosen als Ziergehölze.

Eins noch und dann sei es genug an ganz trockenen Fakten rund um die Rose:
Rosen haben keine Dornen. Rosen haben so wenig Dornen, wie Kakteen Stacheln haben, schuld daran sind die Botaniker. Oder wer auch immer die Nomenklatur festgelegt hat. Etymologisch gibt es wenig Unterschiede und rein sprachlich werden Dorn und Stachel synonym verwendet. Tröstet euch, es werden im Wesentlichen Botaniker und botanisch Interessierte zusammenzucken bei der Aussage: Rosen haben Dornen.
Es ist genau umgedreht. Ein Stachel ist eine Ausstülpung der oberen Schicht eines Zweiges und kann problemlos entfernt werden. Ein Dorn ist ein umgewandeltes Blatt und geht nicht so ohne weiteres ab. Die Stacheln der Rosen lassen sich problemlos von ihren Zweigen entfernen, eine Tatsache, über die sich vor allem die Floristen freuen, denn eine der ersten Arbeiten nach einer Lieferung von Rosen ist es, diesen die Stacheln zu entfernen, es arbeitet sich leichter damit und für die Kunden ist es auch angenehmer. Die bisher eindrucksvollsten Stacheln, die mir an einer Rose begegnet sind, gehören zu der Stacheldrahtrose Rosa sericea var. omeiensis (auch: Rosa omeiensis pteracantha), eine meiner damaligen Prüfungspflanzen. Hier ein Link zu einem Bild: Stacheldrahtrose (Rosenschule Uckermark).

(Quelle: http://www.rosenschule-uckermark.de/sites/default/files/imagecache/product_full/stacheldrahtrose.gif)
Beeindruckend, nicht wahr?

1983 beklagte eine chinesische Delegation auf der BuGa in München den fehlenden Duft der damals zahlreichen Rosen. Den Rosen war es ergangen wie den Tomaten, es wurde großen Wert auf Farb-und Formenvielfalt (im Sinne von gefüllt blühend) gelegt, der Duft fiel dabei sozusagen unter den Tisch. Und dabei ist es doch der Duft, der einen Rosengarten wirklich zu einem Erlebnis macht. Und auch das Öl, das den Duft hervorruft, das eigentlich begehrte an der Rose. Nun, je nach Anwendungszweck. Aber wenn ich im Sommer durch unseren kleinen Rosengarten gehe und an den unterschiedlichen Blüten schnuppern kann, bereichert mir der Rosenduft den ganzen Tag.

Die Destillation von Rosenöl ist sehr aufwendig, da Rosenblätter nicht viel Öl enthalten, es braucht 5000kg Rosenblätter für 1 Liter Öl. Die eingangs erwähnte Rosa gallica ist eine der Rosenarten, die dafür verwendet werden. Erntezeitpunkt ist zu Sonnenaufgang und die Blüten müssen frisch aufgeblüht sein.
Ich will in diesem Jahr versuchen, eine Enfleurage vorzubereiten, die dann am Kräutertag im Juli hoffentlich schon duftet, was es damit auf sich hat, könnt ihr dann auch erfahren.

Dies sind nur einige der Rosen aus unserem Garten, die Anlage des Rosengartens geht auf einen Kommentar von Monika zurück, als wir zum ersten oder zweiten Mal über unser neues Zuhause schlenderten:’Ich habe mir schon immer einen Rosengarten gewünscht!‘ Was konnte ich dazu anderes sagen als:’Ja und? Wo ist das Problem? Legen wir dir einen an!‘ Er hat sich zu einer Mischung aus Rosen-und Staudengarten entwickelt und manchmal ist er etwas zugewuchert, aber ich schätze ihn sehr. Kommt uns doch einmal besuchen, vielleicht am Tag der offenen Tür? Dann könnt ihr den Rosengarten in seiner jahreszeitlichen Pracht sehen, wir freuen uns auf eurem Besuch!

Nachtrag: Der Tag der offenen Tür ist vorbei, eine Enfleurage vorzubereiten war mir aus zwei Gründen nicht möglich: a) es hat noch nichts geblüht und b) hatte ich schlicht keine Zeit. Nun blüht es an jeder Ecke des Gartens, auch im Rosengarten, der dominanteste Duft kommt allerdings gerade von den Holunderblüten. Holunderblütengelee ist bereits in Arbeit. Was mich daran erinnert, dass ich den noch kochen muss… bin dann mal in der Küche! Wünsche schöne Pfingsten!

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