Bilder in Stein

Schon witzig. Ich ändere in meinem Titel die Reihenfolge von ‚Arbeiten und Leben‘ zu ‚Leben und Arbeiten‘, um kurz danach mit festangestelltem Arbeiten zu beginnen…

Trotzdem besteht das Leben glücklicherweise nicht nur aus Arbeit, auch wenn dieses Wochenende, obwohl im Zeichen der Kunst stehend, ein arbeitsreiches war. Das liegt am gewählten Material, Steinbildhau ist eben – Hauen. Und egal, ob nun große Stücke fliegen oder den ganzen Tag nur kleine Splitterchen, am Ende hat man doch einiges an Arbeit geleistet und darf dann auch einfach müde sein.

Es ist eine schöne Müdigkeit, die Art Müdigkeit, die nach einem Tag voll kreativer Energien kommt, die Art Müdigkeit, die einen wohlig erschöpft ins Bett fallen lässt, nach der man am nächsten Tag aber ganz ausgeruht aufsteht, um sich wieder dem Werk zu widmen.

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Wiesenburger Bahnhof – Ausblick auf den nächsten Termin im diesjährigen Kunstsommer

Auch in diesem Jahr kamen genug Anmeldungen für den Steinbildhaukurs mit Helmut Schön zusammen, so dass wir uns Freitag Abend in gemütlicher Runde zur Einstimmung und Steinauswahl trafen. Eigentlich wollte ich dieses Mal am Freitag noch gar nicht anfangen, aber mein erwählter Stein stand nicht ganz von selbst, also schien es naheliegend, ihn unten soweit zu begradigen, damit ich am nächsten Tag mein Werk auf sicheren Füßen wusste. Das ist mir nur zum Teil gelungen, besser als vorher, aber eben nicht perfekt, den Rest übernahm dann Helmut heute Morgen und ließ es wieder ganz mühelos aussehen. Pffft. Aber gut, nach mehreren Jahrzehnten als Steinbildhauer ist das Begradigen von Flächen wahrscheinlich tatsächlich mühelos.

Irgendwo müssen die Bilder ja in den Text, also bitte. Aus der Idee wurden Skizzen, aus den Skizzen dann etwas andere Realitäten, mit etwas Ärger zwischendurch – meine erste Figur im Stein ist mir anfangs gründlich misslungen und entsprach so gar nicht meinen Vorstellungen, an der geplanten zweiten hatte ich mich auch gründlich – und buchstäblich – verhauen und es bedurfte den beherzten Einsatz der Raspel, um mich mit der ersten Figur auszusöhnen sowie den Einsatz von Hammer und Zahneisen für den missratenen Ansatz der zweiten. Schlicht vom Antlitz des Steines getilgt. Dabei entstand zufällig etwas ganz Neues und auf einmal kamen die Bilder und Figuren wie von selbst heraus. Da stecken auch noch ein oder zwei drin, diese verbleiben aber im Stein, da mir heute morgen – nach der Begradigung – mein Labyrinth wichtiger war – die vierte Seite war schlichtweg dafür prädestiniert.

Im Gegensatz zu sonst wurde dieses Mal auch nur wenig geschliffen. Was soll ich sagen? Ich bin rundum zufrieden damit, glücklich und ganz entspannt und freue mich schon jetzt aufs nächste Jahr! Vielleicht werden es doch wie geplant zwei ganze Tage und ein halber, dann kommen möglicherweise noch mehr Figuren zum Vorschein – je nachdem, was der nächste Stein so anbietet.

Es war ein schönes Wochenende, eine angenehme Truppe – einfach alles rundum rund.

P.S. und morgen hab ich immer noch frei...
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